Der WIT-2 stellt eine Weiterentwicklung und Aktualisierung des „alten“ WIT dar, den wir zur Unterscheidbarkeit als „WIT-1“ bezeichnen. In letzter Zeit hatten sich beim Testeinsatz des „alten“ WIT (WIT-1) Probleme ergeben, die in den Verfahrenshinweisen zum WIT-2 sowie in der folgenden Publikation beschrieben sind.

Kersting, M. (2007). Wenn Tests in die Jahre kommen. Probleme des Einsatzes überalterter Testverfahren. In C. Lorei (Hrsg.), Polizei und Psychologie (S. 565-577). Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft. (pdf)
Die WIT-2 Autoren: Martin Kersting und Klaus Althoff

Die WIT-2 Autoren: Martin Kersting und Klaus Althoff

Insgesamt erwies sich der „alte“ WIT sowohl als revisions-bedürftig, als auch als revisionswürdig. Wir haben den WIT nicht neu erfunden, wir haben ihn perfektioniert. Die Modifikation vom WIT-1 zum WIT-2 erfolgte nach dem Prinzip: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. So basiert der WIT-2 in Teilen noch auf dem Aufgabenmaterial des WIT-1 und nutzt weiterhin die besten Subtests und aus diesen die besten Items. Gleichzeitig verfügt er aber – neben dem aktuellen Testkonzept (siehe Intelligenzmodell) – auch über vollkommen neues Aufgabenmaterial. Der neue WIT-2 verzichtet aus verschiedenen Gründen auf eine Operationalisierung der Dimensionen Wortflüssigkeit einerseits sowie Wahrnehmungsgeschwindigkeit / -genauigkeit anderseits. Anstelle der Wahrnehmungsgeschwindigkeit / -genauigkeit wird in der neuen Version des WIT (WIT-2) die Arbeitseffizienz erfasst. Die mit dem „alten“ WIT-1 verfolgte Idee, Merkfähigkeit und Gedächtnis als separate Fähigkeiten zu operationalisieren, hat sich nicht bewährt und wurde aufgegeben. Im neuen WIT-2 gibt es nur noch eine Dimension mit der Bezeichnung Merkfähigkeit. Unter den Gesichtspunkten der Konstrukt- und Kriteriumsvalidität sowie der sozialen Akzeptanz wurden darüber hinaus die Subtests Buchstabenreihen (BR), Schätzen (SCH) und Sprichwörter (SW) eliminiert. Für die Dimensionen sprachgebundenes Denken, räumliches Vorstellen und formallogisches Denken werden geringfügig veränderte Bezeichnungen eingeführt (siehe Testaufbau/ -dauer).

Der WIT-2 Autor Adolf-Ott Jäger

Der WIT-2 Autor Adolf-Ott Jäger

Die folgenden Subtests aus dem WIT-1 sind folglich im WIT-2 nicht mehr enthalten:

  • Beobachtung (BO)
  • Buchstabenreihen (BR)
  • Gedächtnis (GDT)
  • Schätzen (SCH)
  • Sprichwörter (SW)
  • Wortgewandtheit (WG)
  • Zahlenmerken (ZM)

Die verbleibenden sieben Subtests des WIT-1 wurden nach umfassenden Itemanalysen auf der Basis aktueller Daten in teilweise deutlich modifizierter Form in den WIT-2 übernommen. Da der WIT-1 über zwei Testformen verfügte, standen pro Subtest doppelt so viele Items zur Verfügung, als für die Erstellung einer neuen Form notwendig waren. So konnte für den WIT-2 eine Auswahl der jeweils besten 20 der ursprünglich jeweils 40 Items pro Subtest getroffen werden. Dabei erfolgte die Itemauswahl unter psychometrischen und theoretischen Gesichtspunkten. Bei allen Modifikationen wurde darauf geachtet, möglichst zeitloses Itemmaterial zu nutzen (z. B. sieht der Merkfähigkeitstest keine Fotos vor, sondern abstrakte Zeichnungen; bei den eingekleideten Rechenaufgaben gibt es keine semantische Einkleidung, die etwas über Stundenlöhne und Preise aussagt usw.). Zusätzlich zu den sieben (teilweise deutlich modifizierten) Subtests aus dem WIT-1 wurden vier Subtests komplett neu entwickelt:

  • E-Mails Bearbeiten (EM)
  • Merkfähigkeit (MF)
  • Wissen IT (WI)
  • Wissen Wirtschaft (WW)

Der neue WIT-2 umfasst somit sieben Subtests, die nach sorgfältiger Auswahl und / oder gründlicher Überarbeitung und Modernisierung aus dem alten WIT-1 übernommen wurden sowie vier komplett neu entwickelte Subtests. Insgesamt umfasst der neue WIT-2 somit 11 Subtests mit insgesamt 243 Items.

Für alle Analysen und Normierungen wurden aktuelle („neue“) Daten erhoben, alle Analysen und Normierungen wurden vollständig neu berechnet.