Die acht Module des WIT-2 gestatten die Erfassung der folgenden acht Fähigkeiten und Kenntnisse:

Modul 1: Sprachliches Denken
Die Fähigkeit, mit sprachlichen Konzepten umzugehen, wobei Wortschatz, Sprachverständnis und sprachlogisches Denken eine Rolle spielen.

Modul 2: Rechnerisches Denken
Die Fähigkeit, einfache Rechenoperationen der Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division korrekt auszuführen.

Modul 3: Räumliches Denken
Die Fähigkeit zur Vorstellung räumlicher Relationen.

Modul 4: schlussfolgerndes Denken
Die Fähigkeit, bestimmte logische Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und zweckentsprechend anwenden zu können.

Modul 5: Merkfähigkeit
Die Fähigkeit, sich kurz zuvor eingeprägte Informationen und Assoziationen zu merken und wieder zu erkennen.

Modul 6: Arbeitseffizienz
Die Leistung, komplexe Informationen eines vergleichsweise geringen Schwierigkeitsgrades mit andauernder Konzentration effizient zu verarbeiten und anzuwenden. „Effizienz“ wird dabei durch die gleichzeitige Optimierung von Arbeitsgeschwindigkeit und -genauigkeit bei der Selektion und Extraktion relevanter Informationen und deren anschließender Kombination erzielt.

Modul 7: Wissen Wirtschaft
Kenntnisse auf dem Gebiet Wirtschaft.

Modul 8: Wissen Informationstechnologie
Kenntnisse auf dem Gebiet Informationstechnologie.

Bei Modul 4, schlussfolgerndes Denken, ist zu beachten, dass hier mit den Aufgaben Analogien und Abwicklungen Subtests berücksichtigt werden, die zugleich Bestandteil der Module 1 (sprachliches Denken) und 3 (räumliches Denken) sind. Die doppelte Nutzung dieser Subtests ist inhaltlich durch die Hierarchie-Annahme legitimiert. Die Testökonomie wird durch diese Vorgehensweise gesteigert, da die Informationen der Subtests doppelt ausgeschöpft werden.

Da der WIT-2 modular aufgebaut ist, kann seine Anwendung in der Praxis flexibel und ökonomisch an die jeweilige diagnostische Fragestellung angepasst werden. Jedes Modul kann einzeln oder in beliebiger Kombination mit anderen Modulen eingesetzt werden.


 

Testdauer

Für einzelne WIT-2 Module benötigte Zeiten (angegeben ist die Gesamtzeit, die für Instruktion und Bearbeitung benötigt wird):

Modul 1: Sprachliches Denken – 12:00 Min.
Modul 2: Rechnerisches Denken – 26:30 Min.
Modul 3: Räumliches Denken – 22:00 Min.
Modul 4: Schlussfolgerndes Denken
Als eigenständiges Modul (Subtests AL, ZN und AW) – 34:30 Min.
Falls auch Module 1 und 3 eingesetzt werden (nur Subtest ZN) – 14:00 Min.
Modul 5: Merkfähigkeit (einschließlich „Störaufgabe“) – 26:00 Min.
(Für den Subtest Merkfähigkeit (Instruktion, Einprägen und Wiedererkennen) werden lediglich 9:00 Min. benötigt, der Wert von 26:00 Min. berücksichtigt die
„Störaufgabe“, die zwischen Einprägen und Wiedergabe geschaltet ist, wobei hier von 17:00 Min. für diese Störaufgabe ausgegangen wurde)
Modul 6: Arbeitseffizienz – 18:30 Min.
Modul 7: Wissen Wirtschaft – 5:30 Min.
Modul 8: Wissen Informationstechnologie – 5:30 Min.
Hinzu kommen die Zeiten für die allgemeine Einführung (ca. 15 Min.) sowie, falls Subtests in einem Gesamtumfang von über 100 Minuten eingesetzt werden, eine Pause (15 Min.)


 

Testaufbau WIT-2: Flexibles System aus acht separat einsetzbaren und frei kombinierbaren Modulen

 

aus: Kersting, M., Althoff, K. & Jäger, A.O. (2008). WIT-2. Der Wilde-Intelligenztest. Verfahrenshinweise. Göttingen: Hogrefe.

aus: Kersting, M., Althoff, K. & Jäger, A.O. (2008). WIT-2. Der Wilde-Intelligenztest. Verfahrenshinweise. Göttingen: Hogrefe.

 


 

Die 11 Subtests des WIT-2

Aufgeführt ist die Testabkürzung, die vollständige Bezeichnung des Subtests und (in Klammern) die zugeordnete Dimension.

AL – Analogien (Sprachliches Denken und schlussfolgerndes Denken)

Auf der linken Seite eines Gleichheitszeichens sind zwei Wörter vorgegeben, die in einer bestimmten Beziehung zueinander stehen, auf der rechten Seite ein Wort. Von fünf Wahlwörtern ist dasjenige auszuwählen, das auf der rechten Seite des Gleichheitszeichens eine analoge Beziehung herstellt.

AW – Abwicklungen (Räumliches Denken und schlussfolgerndes Denken)

Zu einer aus mehreren Flächen mit verschiedenen Zeichen bestehenden Faltvorlage ist aus fünf vorgegebenen Körpern derjenige herauszufinden, der sich aus der Faltvorlage herstellen lässt.

EM – E-Mails Bearbeiten (Arbeitseffizienz)

Die Aufgabe simuliert die Bearbeitung des E-Mail Posteingangs. Zur Bearbeitung des Posteingangs stehen sechs Möglichkeiten zur Verfügung, z. B. „Weiterleiten der E-Mail“, „Speichern der E-Mail“, „Beantworten der E-Mail“ usw., wobei bestimmte Bedingungen zu beachten sind. Beispielsweise sind Datum und Dringlichkeit der Nachricht, das Projekt, um welches es in der E-Mail geht, sowie die Firma, aus welcher die E-Mail stammt, für die Wahl der richtigen Lösung entscheidend.

ER – Eingekleidete Rechenaufgaben (Rechnerisches Denken)

Verbal eingekleidete Rechenaufgaben sind vorgegeben und auf dem Antwortbogen sind die Ziffern der Lösungen einzutragen.

GR – Grundrechnen (Rechnerisches Denken)

Zu Rechenaufgaben der vier Grundrechenarten sind auf dem Antwortbogen die Ziffern der Lösungen durchzustreichen.

GW – Gleiche Wortbedeutungen (Sprachliches Denken)

Zu einem vorgegebenen Wort ist aus fünf anderen Wörtern das sinnähnlichste herauszusuchen.

MF – Merkfähigkeit (Merkfähigkeit)

In einem Text befinden sich verbal, numerisch und figural kodierte Informationen. Einer Einprägungszeit von 4 Minuten folgen für ca. 17 Minuten andere Subtests (Störphase). In dem anschließenden Reproduktionstest sollen Einzelheiten unterschieden werden. Die richtige Lösung ist aus einer Reihe von sechs Alternativen auszuwählen.

SP – Spiegelbilder (Räumliches Denken)

Von fünf Strichfiguren lassen sich 4 durch einfaches Verschieben in der Ebene, die fünfte dagegen nur durch Umklappen in der Vorstellung zur Deckung bringen; diese Figur ist herauszufinden.

WI – Wissen Informationstechnologie (Wissen Informationstechnologie)

Es werden Fragen zum Thema Informationstechnologie gestellt. Die richtige Lösung ist aus vier Alternativen auszuwählen.

WW – Wissen Wirtschaft (Wissen Wirtschaft)

Es werden Fragen zum Thema Wirtschaft gestellt. Die richtige Lösung ist aus vier Alternativen auszuwählen.

ZN – Zahlenreihen (Schlussfolgerndes Denken)

Vorgegeben ist eine Folge von Zahlen, die nach einer Regel aufgebaut ist; auf dem Antwortbogen sind die Ziffern der Zahl durchzustreichen, die als nächstes Glied der Reihe folgen müsste.